Im 9. Jahr auf Weltreise (USA 1: August bis November 1998)
     

Globus
Stand: 31.10.2004

Ein Womo in den USA kaufen - wie ging das?

     

Informationen ohne Fotos
Am besten auf die Festplatte (C:) herunterladen (Datei -  Sichern als - OK), vom Internet verabschieden
und dann OFFLINE lesen (Datei - Öffnen - dautousa.htm anklicken - OK).

Im Internet fand Richard ein Wohnmobil in Orlando. In der Suchmaschine Altavista gab er als Suchworte ein: +RV +Florida. Als Suchergebnis erschien u.a. die Internet-Adresse von RV-Trader. Dort kann man unter 20000 Angeboten komfortabel nach Modell, Preisklasse und Region suchen. Unter dem Stichwort "Volkswagen" bzw. "Volkswagon" kamen gleich etwa 16 private Angebote des Vanagon in ganz USA, aber nur einer mit Hochraum, und der stand ausgerechnet in Florida (Orlando) und hatte auch noch den von uns gewünschten Diesel-Motor (1,6 Liter). Er war in den USA von der Firma Adventurewagen, 17851 Highway 1, Fort Bragg, CA 95437, ausgebaut worden.

Ich rief den Besitzer an. Steve schickte mir gleich sechs E-Mails mit Anhang, die sich zu guten Farbfotos des Vanagons entzippten. Als die Zahlungsbedingungen geklärt waren (Barzahlung bei Übergabe), bat ich eine Bekannte in Orlando, sich das Wohnmobil mal anzuschauen. Sie fand, es sei für sein Alter erstaunlich rostfrei und die Einrichtung wirke gepflegt. Bei der Probefahrt fiel ihr nichts Besonderes auf.

Nun suchte ich im Internet unter dem Stichwort Vanagon und fand eine sehr aktive Newsgroup, die täglich an die 80 Zuschriften bekam. Dort fragte ich nach einer verläßlichen VW-Werkstatt in Orlando und erhielt mehrere Adressen. Auf einer CD-ROM mit den Stadtplänen aller US-Städte fand ich heraus, dass sie alle im Westen der Stadt lagen, während Steve im Nordosten wohnte. Daher stimmte ich Steves Vorschlag zu, den Vanagon in seiner Service-Werkstatt untersuchen zu lassen. Für 60 Dollar (zahlbar mit Visa-Karte) machte "Max" einen Kostenvoranschlag über alle notwendigen Reparaturen (Bremsen, ein Stoßdämpfer und einige Kleinigkeiten), Gesamtpreis 850 Dollar. (Leider "vergaß" Max das defekte Getriebe zu erwähnen, das mich später weitere 1000 Dollar kosten sollte.) Mit Steve einigte ich mich daraufhin auf einen Kaufpreis von 2500 Dollar.
Mit weiteren 1000 Dollar für "sonstige kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten" rechnete ich außerdem.

In Orlando wartete also am 31. August 1998 der VW-Vanagon auf uns. Für das voll ausgerüstete, fast rostfreie 1982-er Wohnmobil legten wir 2500 Dollar in bar hin. Ich merkte zwar bei der Probefahrt, dass der dritte Gang krachte, wollte deswegen aber den Kauf nicht platzen lassen.

Auf Anhieb fanden wir in der riesigen Stadt das Büro der Versicherungsagentur Najorka Insurance Agency, 2611 E.Michigan St., Orlando, FL 32806, Phone (407) 896-5541, Fax (407) 897-3219. Per E-Mail (NajorkaIns@aol.com) hatte uns Fonda Freitag zugesichert, unser Wohnmobil zu versichern, wenn wir nur den Internationalen Führerschein vorlegen. Und tatsächlich arbeitete sich Carol, die Mutter der abwesenden Fonda, durch das Computerprogramm, rief zur Sicherheit die Versicherung (Progressive Marathon Insurance Co., P.O. Box 31260, Tampa, FL 33631-3260) an und druckte ein gutes Angebot (874 Dollar) für eine Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung aus. Wir strichen alles, was wir nicht unbedingt brauchten, erhöhten aber die Haftpflichtsummen aufs Maximum. Für 473 Dollar war das Wohnmobil damit für ein Jahr versichert. Und alles ging ganz leicht - wenn man davon absieht, dass ich erst über ein Dutzend Absagen auf meine E-Mail-Anfragen verdauen musste und bis zuletzt befürchtete, erst noch einen amerikanischen Führerschein machen zu müssen.
Bei einem Totalschaden ist es sehr schwierig, den wahren Wert des Fahrzeugs ersetzt zu bekommen. Hilfestellung bietet für diesen Fall die Homepage von Gerry: http://gerry.vanagon.com/cgi-bin/wa.exe?A2=ind9805A&L=vanagon&P=25907 bzw. P=26002.

Progressive Insurance - Deckung für VW-Vanagon 1982

BI/PD (100/300/50)
>> 500 CSL
Bodily Injury Liability/Property Damage ($100,000/person)
($300,000/accident)
($50,000/accident)
$500,000 pauschal

($174)


$262

UMBI (100/300 S)
10/20 U
Uninsured Motorist Bodily Injury ($100,000/person)
($300,000/accident)
$10,000/$20,000

($94)

$45

PIP 0 DED NI Personal Injury Protection ohne Selbstbehalt

$43

MED PAY 5,000 Medical Payments $5,000/person

$15

COMP
(only USA)
(250 DED)
NONE
Comprehensive (Fire, Theft, Vandalism)
(z.T. Vollkaskoversicherung)
($250 deductible
=Selbstbehalt)

($216)
0

COLL
(only USA)
(250 DED)
NONE
Collision (z.T. Vollkaskoversicherung) ($250 deductible)

($123)
0

EMG EXP ($750)
NONE
Emergency Vacation Expense (max. $750)

($3)
0

VACLIAB (10,000)
NONE
Vacation Liability ($10,000)

($5)
0

PE (1000)
0
Personal Effects (max. $1000)
($100 theft deductible)

($14)
0

FULL-T 100/300

$108

DELUXE (YES)
NO
Towing and roadside labor to nearest
repair facility

($12)
0

Total premium

($811)

Total premium (erweitert u. abgespeckt)

$473


Wir fuhren gleich zum "Tag Office", wo das Fahrzeug zugelassen wurde, und zwar bis zu meinem Geburtstag im nächsten Jahr, also nur für 10 1/2 Monate.
Wir bezahlten die Umsatzsteuer (8% "Sales Tax") und die Kfz-Steuer und erhielten ein einziges Florida-Nummernschild (FC850Q). Dafür wurden wir US$ 370 los, per Verrechnungsscheck einer amerikanischen Bank. Ob Dollar in bar auch gegangen wäre?

Der neue Fahrzeugbrief ("Title") wurde nach 60 Tagen an die Adresse unserer Bekannten Cathy in Orlando geschickt, die das Wohnmobil im August als erste begutachtet hatte. Auf die Adresse unseres Freundes Frank in Pompano Beach ging es leider nicht, da für diese Stadt eine zusätzliche Abgasuntersuchung nötig gewesen wäre. Die wollten wir aber unserem Womo (und unserem Geldbeutel) nicht zumuten.

Die gute Cathy schickte uns den "Title" später an eine Adresse in Atlanta nach.

Nach neun Monaten erhielt Cathy eine Aufforderung zur Zahlung der Gebühren für das zweite Jahr, ca. US$ 36. Da wir jedoch nach Südamerika verschifften und dort die Zulassung in den USA überflüssig ist, meldete ich das Wohnmobil schriftlich ab. Es kann jedoch bei einer eventuellen Rückkehr wieder in Florida angemeldet werden.  

Christel Loock wies mich darauf hin, dass das Fahrzeug nicht unbedingt in allen Staaten zugelassen werden kann:

"Ihr schreibt, dass Euer Auto nun abgemeldet ist und die nächste Registration für ein Jahr nur 36$ kostet.
Wir haben uns 1992 in California ein Grundstück gekauft und zwischendurch ein Wohnmobil, einen kleinen PKW und ein Motorrad registriert. In den letzten Jahren zahlten wir grundsätzlich eine jährliche Non-operation-fee von 5$ je Fahrzeug und Jahr in der Zeit, wo wir nicht drüben waren. Dann ist die Wiederanmeldung problemlos und kostet etwa 60$ Registration für ein Jahr, auch wenn man das Auto nur 6 Wochen benutzt.
In 98 waren wir nach 4 Jahren das erste Mal wieder in CA und der PKW war auch problemlos anzumelden - nachdem wir unzählige Mäusenester daraus entfernt hatten...
Doch beim Motorrad hatten wir echte Schwierigkeiten, da wir angeblich die 5$ nicht bezahlt hätten, mussten wir nun wahnsinnige 250$ !!! bezahlen - irgeneine zusätzliche Strafe, oder die Registration der letzten 4 Jahre, so ganz begriffen hab ich das nicht.
Vor 4 Wochen haben wir nun eine Rechnung aus CA. erhalten, dass wir als Non-operation fee nun 33$ überweisen müssen für den PKW, dann aber alles okay sei bis zur nächsten Anmeldung - also nicht mehr jährliche Zahlung.
Ob das bei Euch auch so ist?
Andererseits gilt meine Info nur für CA und in Florida kann alles völlig anders sein. (6.11.99)"

Ja, da hat Christel sicher recht. Wir haben mit der Zulassung von Fahrzeugen in mehreren Staaten unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Selbst in den verschiedenen Distrikten von Arizona und Kalifornien scheinen abweichende Regelungen zu existieren, i.b. muss man in Arizona auf dem Lande nicht den z.T. irrsinnigen Abgastest bestehen.

Im April 2000 liessen wir den uralten Ford-Van in Kalifornien (in der Nähe von San Diego) wieder zu. Es war sehr schwierig, eine Versicherung zu finden, die uns Ausländer für kurze Zeit versicherte. Es gelang uns schliesslich beim Carmel Mountain Insurance Service, 9310 Carmel Mountain Rd., Suite B, San Diego, Tel: (858) 484-3002 (David H.Lewis, Marianne S.Ponce). Die Zulassung beim DMV (Department of Motor Vehicles) war dagegen ein Klacks: keine Abgasuntersuchung bei einem so alten Fahrzeug, Bezahlung in bar, Adresse eines Freundes nötig, zu dem nach 2 Monaten der Title geschickt wurde.

Schon viele Traveller haben mehr oder weniger leicht einen amerikanischen Führerschein gemacht, um eine Versicherung für ihr Fahrzeug zu bekommen (ohne die es nicht auf den eigenen Namen zugelassen wird).
Wir haben inzwischen erfahren, dass es in Texas besonders leicht ist, den Führerschein zu machen: einfach an einem Automaten einen Ankreuz-Test über Verkehrsregeln etc. ausfüllen.

Zu den Fotos unseres Wohnmobils:                                 

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Osten der USA
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